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Wasserfall
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Ein Wasserfall ist ein Abschnitt eines FlieĂgewässers (Fluss, Bach), an dem die StrĂśmung, bedingt durch die Formung des Gesteinsuntergrundes, mindestens teilweise in freien Fall Ăźbergeht.
In der Vielfalt der Formen ist der klassische freie, senkrechte Absturz eher die Ausnahme. Meistens befinden sich gleitende Abschnitte in der Fallstrecke, die oft durch Bildung von Gumpen in stufige Absätze umgeformt werden. Je nach Steilheit der Talstufe kÜnnen daraus treppenartige Kaskaden oder weitständige Abfolgen mehrerer Wasserfälle entstehen.
Contents
⢠Bilder
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Typische Merkmale von Wasserfällen
Ein idealtypischer Wasserfall vereint folgende Merkmale:
⢠markant erhĂśhtes Gefälle auf mindestens 100 Prozent (45°; damit ist die vertikale Komponente grĂśĂer als die horizontale)
⢠Zerfall des WasserkÜrpers und dessen teilweise AblÜsung vom Untergrund
⢠Spritz- und WeiĂwasser sind vorherrschend (Farbeffekt durch Lichtreflexionen an Grenzflächen LuftâWasser)
⢠charakteristische Geräuschentwicklung
⢠ein mikroklimatisches Umfeld eigener Prägung
Bei Wasserfällen lassen sich verschiedene Abschnitte unterscheiden:
⢠Beginn der Fallstrecke: mĂśglicher Ăbergangsbereich zum eigentlichen Wasserfall (vgl. Stromschnelle)
⢠Kopfzone: Bereich des Wasserfalls oberhalb der Fallzone, wo das Gewässer vom FlieĂen Ăźber das SchieĂen ins Fallen Ăźbergeht
⢠Fallkante: mĂśgliche klar definierbare Stelle in der Kopfzone des Wasserfalls, wo das Gewässer vom FlieĂen unmittelbar ins Fallen wechselt
⢠Fallzone: Bereich des Wasserfalls zwischen der Kopf- und der Prallzone, wo das Wasser entweder frei, kaskadenartig oder schieĂend (gleitend) fällt
⢠Prallzone: Bereich des Wasserfalls unterhalb der Fallzone, wo das fallende, schieĂende oder zerstäubte Wasser aufprallt und sich wieder zu einem Gewässer sammelt (Merkmale: Nässe oder hohe Feuchtigkeit, eingeschränkte Vegetation)
⢠Gumpe: meist vorhandenes Tosbecken in der Prallzone des Wasserfalls mit starker Tiefenerosion
⢠Auslauf der Fallstrecke â mĂśglicher Ăbergangsbereich zum normalen Wasserlauf, stromschnellenartig mit Auskolkungen.
Ein Wasserfall ist ein Ort besonders aktiven Naturgeschehens. Je nach GrĂśĂe wirkt das Wasser unterschiedlich stark auf seine Umgebung ein. Das ProzessgefĂźge eines Wasserfalls kann beschrieben werden unter anderem anhand
⢠der Energieumsätze (Wasserfßhrung à FallhÜhe)
⢠der StrĂśmungs- und Reibungsvorgänge (beispielsweise Kavitation oder Ionisierung der Luft (Balloelektrizität, umgangssprachlich âWasserfallelektrizitätâ genannt))
⢠der Kolkbildung am Fuà des Wasserfalls
⢠der vermehrten Frostsprengung an Felsen im Gischtbereich
⢠der Windwirkung der Wasserfallwinde, einem lokalen Windsystem (Radialwind), ausgelÜst durch die Abwärtsbewegung des fallenden Wassers
⢠der erhÜhten Luftfeuchte
Das Naturgeschehen des fallenden Wassers ist vorwiegend Forschungsgegenstand der Physik (z. B. StrÜmungsmechanik) und auch der Hydrologie; die Formungsgeschichte, also die Veränderungen des Wasserfalls im Laufe der Zeit und ihre Regelhaftigkeiten, sind Gegenstand der Geomorphologie.
Begriff und Abgrenzung
Der allgemeinsprachliche, etwas unscharfe Begriff hat bei mehreren Merkmalen von Wasserfällen Untergrenzen:
⢠bei zu geringer HÜhe spricht man nur noch von Katarakt,
⢠bei zu geringem Gefälle von Stromschnellen und
⢠bei zu geringer WasserfĂźhrung von Tropfenschleiern oder Rieselfällen. â Siehe auch die Bezeichnung Schleierfall in einigen Orten.
Weitere Abgrenzungen gibt es bei kßnstlichen Wasserfällen:
⢠Bei ausschlieĂlichem Pumpbetrieb handelt es sich eher um spezielle Brunnenanlagen.
⢠Bei ausschlieĂlich technisch-funktionaler Gestaltung (Schussrinnen bei Talsperren, Wehre) ist der Begriff Wasserfall ebenfalls nicht oder nicht mehr gebräuchlich (siehe nachfolgend bei Sonderfälle).
Begriffliche Sonderfälle:
⢠Bei Hangkanälen wurden wie ein Bach hangab flieĂende Abschnitte als Wasserfall bezeichnet (Beispiel: oberer Teil des Nabentaler Wasserfalls im Harz).
⢠Mit dem mßhlentechnischen Fachbegriff Wasserfall wurde das auf das Wehr und auf das Mßhlrad konzentrierte Gefälle des Gewässers bezeichnet.
⢠Seewasserfall: saloppes Sprachspiel, bezieht sich auf Lage in kurzem FlieĂgewässer zwischen Seen.
⢠Gezeiten-Wasserfall: Die Cygnus Baycite-ref-1[1] sowie die Horizontal Falls in der Talbot Bay, beide in Westaustralien, sind wasserfallähnliche Phänome im Meer. Sowohl im Englischen (tidal waterfallscite-ref-2[2]) als auch im Deutschen werden sie als Gezeiten-Wasserfällecite-ref-3[3] beschrieben.
⢠Unterseeischer Wasserfall: saloppes Sprachspiel, bezieht sich auf fallende MeeresstrÜmungen, getrieben durch von Temperatur oder Salzgehalt herrßhrende Schwereunterschiede.
Ein Beispiel fßr die schwierige Abgrenzung zwischen Wasserfällen und Stromschnellen ist der Sarpsfossen in Norwegen, der vor dem Bau des Kraftwerks auf einer Strecke von gut 40 Metern eine FallhÜhe von etwa 18 Metern aufwies. Heute ist nur noch die untere natßrliche Fallstrecke mit einer HÜhe von 12 Metern vorhanden. Wollte man ihn, wie in Norwegen ßblich, als Wasserfall betrachten, wäre er vor dem Kraftwerksbau bei einer mittleren Wasserfßhrung von 577 m³/s vor Dettifoss und Rheinfall Europas mächtigster Wasserfall gewesen.
Entstehung und Typen
Generell hat ein FlieĂgewässer die Tendenz, durch rĂźckschreitende Erosion und durch seine Schleppfracht (Transport von Sand, Kies usw.) GefällebrĂźche abzuschwächen und ein ausgeglichenes Längsprofil auszubilden. Diese Tendenz steht der Bildung von Wasserfällen entgegen, so dass sich Fallstufen nur bei besonderen Gegebenheiten bilden und erhalten. Es lassen sich zwei wesentliche Arten von Fallstufen mit Untergruppen unterscheiden:
⢠Fallstufen, die durch die FlieĂdynamik des Gewässers selbst bedingt oder wesentlich mit bedingt sind
Beispiele fĂźr destruktive, durch Erosionsprozesse sich formende Wasserfälle Wasserfälle bilden sich besonders oft dort, wo unter widerstandsfähigem Gestein leicht ausräumbares folgt. Am Ăbertritt des Wassers in den Bereich, wo das weichere Gestein ausstreicht, entsteht aus einer anfänglichen Auskolkung eine Stufe mit Gumpe und schlieĂlich die UnterspĂźlung des härteren Gesteins. Ăber dieser HĂśhlung bricht mit der Zeit das Gestein nach. Die Lage des Wasserfalls verschiebt sich dadurch im Laufe der Zeit stromaufwärts. Diesen Formungsprozess nennt man auch ârĂźckschreitende Erosionâ. BerĂźhmtestes Beispiel sind die Niagarafälle. Sehr viele kleine Fälle dieser Art findet man beispielsweise im SĂźdwestdeutschen Schichtstufenland. Ăhnlich verhält es sich bei den meisten Fällen Islands, wo Basaltdecken als Fallbildner wirken. Auch in nahezu homogenem Gestein wie Granit oder Porphyr kĂśnnen sich aus Kolken Ăźber Stufen mit Gumpen formschĂśne Kaskadentreppen formen wie beispielsweise die Sieben BĂźtten. Dies gilt auch fĂźr HĂśhlenwasserfälle und eine ihrer Sonderform, die GletschermĂźhlen.
Beispiele fĂźr konstruktive, durch Mineralausfällung sich formende Wasserfälle Wasserfälle, die sich durch Karbonatausfällung an zunächst kleinen Gefällestufen (lokaler Druckabfall an der Fallkante) nach und nach aufbauen. Die Terrassenkanten aus Travertin (auch Kalktuff genannt) kĂśnnen bis um 100 m HĂśhe erreichen, besonders zahlreich in Karstgebieten. Beispiele sind die Plitvicer Seen, der Uracher Wasserfall oder, als grĂśĂter dieser Wasserfälle, der Huangguoshu-Wasserfall in China. Auch an Steinernen Rinnen kĂśnnen sich Wasserfälle bilden.
⢠Fallstufen, die bereits ohne nennenswertes Zutun des FlieĂgewässers gegeben sind
Beispiele fßr sich verstärkende oder regenerierende Fallstufen: Wasserfälle, die ßber Geländestufen aktiver Verwerfungen hinabstßrzen. Hierzu kann man auch Gletschermßhlen zählen, die Gletscherspalten hinabstßrzen. Wasserfälle, die ßber Brandungskliffs ins Meer stßrzen ('Brautschleier' bei Seixal auf Madeira, Kieler Wasserfall auf Rßgen) Wasserfälle von Nebenbächen, die der stärkeren Tiefenerosion des Vorfluters nicht folgen kÜnnen und daher eine Mßndungsstufe hinabstßrzen (Raumßnzacher Wasserfall im Murgtal, Wasserfall des Bornichbaches am Mittelrhein) Wasserfälle von Nebenbächen, die ßber Prallhängen von Vorflutern mßnden und daher eine Mßndungsstufe hinabstßrzen (Tannegger Wasserfall in der Wutachschlucht)
Beispiele fĂźr gegebene, sich nicht regenerierende Fallstufen: Talstufen, die durch eiszeitliche Gletscher entstanden sind (Mitunter sehr hohe Wasserfälle, manchmal fast ohne eigene Ăberformung der Felsstufe, manchmal mit Klamm- oder Kaskadenbildung) Wechsel von widerstandsfähigem zu leicht ausräumbarem Gestein oder freigelegter Wechsel zu Lockermaterialien wie am Rheinfall Querende Verwerfungsfugen mit leicht ausräumbarem zerrĂźttetem Gestein (GroĂer Ravennafall im HĂśllental) oder groĂe KlĂźfte (wichtiger Faktor der Detailausformung von Fallstufen, beispielsweise bei den Triberger Wasserfällen) NatĂźrliches AbkĂźrzen von Talwindungen (meist AbschnĂźrung gebundener Mäander oder ähnlich: AbkĂźrzung eines Nebenbaches direkt zum Hauptfluss). Beispiele: Cirque de Navacelles in den Cevennen, Schlichemklamm bei Rottweil KĂźnstliche AbkĂźrzungen von Gewässerläufen (Wasserkraftnutzung, Hochwasserschutz, oft nur Vorgriff zu erwartender natĂźrlicher Entwicklung). Beispiele: Wasserfälle von Coo und Elzbach-Wasserfall bei Pyrmont. RĂźckläufe aus kĂźnstlichen Zuleitungen zu ehemaligen Wasserkraftanlagen (natĂźrliche Weiterformung abgeschlossener anthropogener Geländeformen). Beispiele: Spiegeltaler Wasserfall im Harz, Blauenthaler Wasserfall im Erzgebirge KĂźnstliche GefällebrĂźche durch SteinbrĂźche in Talsohlen (natĂźrliche Weiterformung abgeschlossener anthropogener Geländeformen). Beispiele: Krenkinger Wasserfall im Tal der Steina, Laubachfälle im Neandertal Als solche gestaltete kĂźnstliche Wasserfälle. Beispiele: Radauwasserfall; Wasserfälle im Bergpark WilhelmshĂśhe in Kassel
Zwischen diesen Typen gibt es zahlreiche Ăbergangs- und Mischformen. Beispielsweise kommen in glaziär geprägtem Relief oft gerundete Längsprofile von Steilstufen vor. Hängetäler (Seitental, das hoch Ăźber dem Boden eines gletschergeformten Trogtales mĂźndet) kĂśnnen ganz allmählich in die Wand eines Trogtales Ăźbergehen und diese wiederum in die breite Talsohle. Die Auskolkung fĂźhrt erst im Zuge weiterer Ăberformung durch den Wasserfall zu einer ausgeprägten Prallzone bzw. zu einer kaskadenartigen Stufenfolge in der Kopfzone des Falles.
Bekannte Wasserfälle
Besonders hohe Wasserfälle
⢠Der Salto Ăngel im sĂźdĂśstlichen Venezuela stĂźrzt vom Tafelberg Auyan-Tepui 978 Meter in die Tiefe; damit ist er der hĂśchste Einzel-Wasserfall der Erde. Nachdem sich das zerstäubte Wasser wieder zu einem Fluss gesammelt hat, stĂźrzt es Ăźber eine Steilstufe im Wald abermals in die Tiefe. Beide Fälle haben zusammen sogar fast 1200 m FallhĂśhe (Vor einigen Jahren wurde im SĂźdosten Venezuelas sogar ein Doppelfall mit einer GesamthĂśhe von 1250 Metern entdeckt, der vom abgelegenen Marahuaca-Tepui herabstĂźrzt).
⢠Die fßnfstufigen Tugela Falls befinden sich im Royal Natal National Park der sßdafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal und haben eine GesamthÜhe von 948 Metern.
⢠Der peruanische Gocta galt eine Zeit lang nach seiner Entdeckung vor wenigen Jahren mit 771 Metern HÜhe (Doppelfall) als dritthÜchster Wasserfall der Erde.
⢠Die dreiteiligen Yosemite Falls befinden sich im Yosemite-Nationalpark und werden mit einer GesamthÜhe von 739 m als die hÜchsten Wasserfälle von Nordamerika bezeichnet.
Das grĂśĂte Wassergefälle der Erde befindet sich Ăźbrigens unter Wasser; an der DänemarkstraĂe strĂśmt das Meerwasser 600 Meter unterhalb des Meeresspiegels auf 4000 Meter hinab. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um einen Wasserfall, sondern um eine absinkende MeeresstrĂśmung.
Besonders breite Wasserfälle
⢠Die Iguazú-Fälle in Sßdamerika, am Iguazú-Fluss an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien, HÜhe: 72 m, mittlerer Durchfluss: 1740 m³/s, verteilen sich ßber eine Fallkante von 2700 Metern Länge.
⢠Die Viktoriafälle des Sambesi, zwischen Simbabwe und Sambia, bilden im Februar und März den grĂśĂten âWasservorhangâ der Welt mit einer Breite von 1708 m und einer FallhĂśhe von 99 m. Der mittlere Durchfluss beträgt 1090 mÂł/s, maximal ca. 9100 mÂł/s.
⢠Die teils nur kataraktartigen Khone-Fälle des Mekong bilden eine durch groĂe Inseln aufgeteilte Fallfront von rund zehn Kilometern Länge.
Besonders wasserreiche Wasserfälle
⢠Die Khone-Fälle des Mekong mit ihrer durch groĂe Inseln aufgeteilten Fallfront von rund zehn Kilometern Länge.
⢠Die Dry Falls sind ein Ensemble von Geländeformen im US-Bundesstaat Washington, die ein katastrophales Geschehen der jĂźngeren Erdgeschichte Dokumentieren. Während der Missoula-Fluten fĂźhrten sie die zehnfache Abflussmenge aller heute bestehenden FlĂźsse. Sie waren 5600 m breit und 120 m hoch und damit die grĂśĂten bekannten Wasserfälle der Erdgeschichte.
⢠Die Guaira-Fälle oder Sete-Quedas-Fälle des ParanĂĄ galten als die nach ihrem Volumen grĂśĂten Wasserfälle der Erde, bis sie 1982 durch die aufgestauten Wassermassen des ItaipĂş-Damms Ăźberflutet wurden. Wenig später lieĂ die brasilianische Regierung sie teilweise sprengen, damit die Navigation auf dem Stausee erleichtert wurde. Somit ist eine etwaige Renaturierung unmĂśglich gemacht worden.
⢠Die Niagarafälle zwischen den USA und Kanada, HÜhe: bis 59 m, mittlerer Durchfluss: ca. 6000 m³/s, sind die wasserreichsten Fälle Nordamerikas.
⢠Der Salto ParĂĄ des RĂo Caura (Nebenfluss des Orinoco) ist mit einer mehrfach unterbrochenen Fallkante von insgesamt 64 Metern HĂśhe und rund 5 Kilometern Länge nicht nur einer der breitesten Wasserfälle der Welt, sondern mit rund 3500 mÂł/s auch einer der wasserreichsten.
⢠Der Cachoeira de Paulo Afonso des Rio São Francisco stßrzt 81 Meter tief in eine Schlucht bei einer Wasserfßhrung von rund 2830 m³/s (starker Wasserentzug durch ein Wasserkraftwerk).
Wasserfälle in Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz
⢠In den Triberger Wasserfällen stßrzt die Gutach ßber zwei Falltreppen von ca. 10 m und ca. 85 m HÜhe (mit sieben Stufen) in den Triberger Talkessel. Es ist Deutschlands wohl bekanntester Wasserfall, wiewohl mit insgesamt 163 m nicht, wie traditionell attestiert, sein hÜchster.
⢠Der RÜthbachfall im Berchtesgadener Land am Obersee (Nähe KÜnigssee) ist mit etwa 470 m Gesamt- und 380 m reiner FallhÜhe der hÜchste Wasserfall in Deutschland, zwar weit sichtbar, aber schwer zu erreichen.
⢠Die Krimmler Wasserfälle, eine Folge wuchtiger Flusswasserfälle von 140, 100 und 140 Metern HĂśhe, gelten als die hĂśchsten Wasserfälle Ăsterreichs.
⢠Der Mßrrenbachfall ist mit einer FallhÜhe von 417 m die hÜchste Einzelfallstufe der Schweiz.cite-ref-4[4]cite-ref-swissinfo-5-0[5]
⢠Die Serenbachfälle am Walensee sind eine dreistufige Kaskade mit insgesamt 585 m FallhÜhe, wobei die mittlere Fallstufe mit 305 m der zweithÜchste Wasserfall der Schweiz ist.cite-ref-6[6]cite-ref-swissinfo-5-1[5]cite-ref-spichtig-7-0[7]
⢠Der 297 Meter hohe frei herabstßrzende Staubbachfall ist mehrfach literarisch gewßrdigt worden und besonders durch Lord Byron und Johann Wolfgang von Goethe bekannt geworden.cite-ref-8[8]
⢠Die Reichenbachfälle in der Schweiz sind eine Folge von sieben Stufen mit insgesamt 250 Metern HÜhe. Sie wurden durch eine Szene des Endkampfs zwischen Arthur Conan Doyles fiktiven Figuren Sherlock Holmes und Professor Moriarty bekannt.
⢠Die Engstligenfälle bei Adelboden weisen mit zwei Hauptstufen insgesamt rund 370 m FallhÜhe auf.cite-ref-spichtig-7-1[7]
Bekannte Wasserfälle Europas
⢠Der Dettifoss der JĂśkulsĂĄ ĂĄ FjĂśllum, Island ist neben dem Rheinfall grĂśĂter Wasserfall Europas, HĂśhe: 44 m, mittlerer Durchfluss: 193 mÂł/s.
⢠Nur wenig kleiner ist der Tännfors in Schweden. Je nach Jahreszeit stĂźrzen 400 bis Ăźber 750 mÂł/s Wasser des Sees TännsjĂśn 37 Meter tief in den See Ăstra Noren.
⢠Die Gavarnie-Fälle in den Pyrenäen sind mit 422 m FallhÜhe der hÜchste Wasserfall Frankreichs und werden oft als zweithÜchster Wasserfall Europas tituliert.
⢠Der Vøringsfoss ist ein 183 m hoher Wasserfall in der Hardangervidda in Norwegen, unmittelbar an der StraĂe OsloâBergen gelegen.
Als Wasserfall benannte Katarakte und Stromschnellen
Mehrere so genannte Wasserfälle sind nur als Katarakt oder Stromschnelle anzusprechen. Bekannt sind:
⢠Die Inga-Fälle sind eine 40 m hohe Kataraktstrecke von knapp zehn Kilometern Länge im Zuge der auch Livingstonefälle genannten Stromschnellen, in denen der Kongo die Niederguineaschwelle durchquert. Mit einer Wasserfßhrung von im Mittel 41.000 m³/s sind sie die mit Abstand bedeutendsten Katarakte der Erde.
⢠Die Boyomafälle des Lualaba, Oberlauf des Kongo (Demokratische Republik Kongo) sind eine Folge von 7 Katarakten bis 5 m HÜhe, in der der Fluss 60 m HÜhe auf rund 100 km Länge verliert (jährliches Abflussmittel: 17.000 m³/s).
Ăkologische Aspekte
Wasserfälle stellen fĂźr flussaufwärts ziehende Fischarten ein Hindernis dar, welches von den daran angepassten Arten (z. B. Lachs) Ăźberwunden werden kann. Daher wurde beispielsweise der Saynbach-Wasserfall im November 2008 beseitigt. Zur Ăberwindung kleinerer, vor allem kĂźnstlich angelegter, Wasserfälle und Staustufen werden mancherorts Fischtreppen errichtet.
In Klimagebieten mit längeren Trockenphasen kĂśnnen im Umfeld grĂśĂerer Wasserfälle inselhafte, humide Lebensräume entstanden sein; bekannt hierfĂźr ist besonders das Umfeld der Viktoriafälle.
Kulturlandschaftliche Aspekte
Typische Wasserfallnamen
Die Namen von Wasserfällen beziehen sich oftmals auf immer wieder ähnliche Merkmale und Auffälligkeiten wie die Dynamik der Bewegung, die Lichteffekte und Geräusche oder lokale Mythen. Umgekehrt kann auch die Umgebung nach dem Wasserfall benannt sein. Im Folgenden sind Namensbeispiele nach typischen Bezßgen gegliedert. Ausgenommen sind alleinige Bezßge zum jeweiligen Fluss, Tal oder nahen Ort.
Die Bewegung und Form des Falls beschreibend
⢠DrÜmmeler SprÜtz (Eifel)
⢠Geltenschuss (Schweiz)
⢠Gieà von Veringendorf (Schwäbische Alb)
⢠Hochfall (Bayerischer Wald)
⢠Hoher GieĂel (Schwäbische Alb)
⢠KĂźhseich (Schwäbische Schichtstufen; âKuh-Pissstrahlâ)
⢠Pfersag-Wasserfall (Fränkische Alb; gesprochen âPfersaachâ, also âPferde-Pissstrahlâ)
⢠PisciadĂş (Dolomiten; ladinisch: âWasserfallâ)
⢠Pissevache (Rhonetal; âKuh-Pissstrahlâ)
⢠Scheuche (Eichsfeld)
⢠Schleierfälle (Alpenvorland)
⢠Sieben Brunnen (Sßdtirol)
⢠Strahlbrusch (Sßdschwarzwald)
⢠Stroll (Rothaargebirge; âPissstrahlâ, auch âKalte Springâ genannt)
⢠Wasserbaum (Leinebergland)
⢠ç˝çł¸ăŽćť Shiraito no taki (japanisch: âWeiĂ-Faden-Wasserfallâ), zum Beispiel in Fujinomiya und Itoshima
Das Geräusch des Falls hervorhebend oder lautmalend
⢠Augrabies (SĂźdafrika;Khoisan/San: (Aukoerebis) âOrt des tosenden Lärmsâ)
⢠Doos (Fränkische Alb)
⢠ElsachbrÜller (Schwäbische Alb)
⢠Klingender Wasserfall (Fränkische Alb)
⢠Die Rausch (Eifel)
⢠Ruschbachfall (Sßdschwarzwald)
⢠Thusfall (Fichtelgebirge)
Auf Gischt- und Lichteffekt anspielend
⢠Cascade Blanche (La RĂŠunion; âWeiĂer Wasserfallâ)
⢠Dampfloch (Wutach)
⢠Dudhsagar (Goa, Indien; Konkani: âMilchseeâ)
⢠Epupa-Fälle (Angola/Namibia; Otjiherero: âSchaumâ)
⢠Gullfoss (Island; âGoldwasserfallâ)
⢠Mosi-oa-Tunya (Lozi (Sprache): âdonnernder Rauchâ, Bezeichnung fĂźr die Viktoriafälle)
⢠Stuibenfall
⢠Tisissat (Ăthiopien; amharisch: âWasser, das rauchtâ)
Die Topographie beschreibend oder nennend
⢠Bodekessel (Harz)
⢠Bßstenlochfall (Nordschwarzwald)
⢠Hangloch-Wasserfall (Sßdschwarzwald; Todtnauer Wasserfall)
⢠Hohler Stein (Schwäbische Schichtstufen)
⢠HÜll-Wasserfälle (Sßdschwarzwald)
⢠Hukou (Gelber Fluss; âAusgieĂerâ, âFlaschenhalsâ)
⢠Kammerlochwasserfälle (Nordschwarzwald)
⢠Kaskadenschlucht (RhÜn)
⢠Kieler Wasserfall (Rßgen; Kiel: Grat in der Talgabel oberhalb)
⢠Neunzehn LÜcher (Lahn-Taunus)
⢠Ravennafall (Schwarzwald; Bezug auf frz. âRavinâ fĂźr Schlucht)
⢠Rissfälle (Vogtland; Riss als Bezeichnung fßr einen Hangkanal)
⢠Rieslochfälle
⢠RĂśllchen (ThĂźringer Wald; âRillchenâ fĂźr die Kleinschlucht)
⢠Sieben Bßtten (Schwarzwald; Allerheiligen-Wasserfälle)
⢠Steinerne Renne (Harz)
⢠Steinerne Rinne (Alpenvorland)
⢠Wachsender Bach (Schwäb. Schichtstufen)
Geräusch als Eigenschaft des Tosbeckens
⢠Brusekessel (Lennegebirge)
⢠Donnerloch (Hunsrßck)
⢠Krai Woog Gumpen (SĂźdschwarzwald; âSchreitĂźmpelâ)
⢠Rauschkßmpel (Hunsrßck)
Fallgeschehen als Eigenschaft des Tosbeckens
⢠Schiessentßmpel (Luxemburgische Schweiz)
Der Fall und seine Bewegung als Eigenschaft der Fallwand
⢠Plästerlegge (Rothaargebirge; âPlätscherschieferâ)
⢠SchieĂlay (Eifel; Klidinger Wasserfall)
⢠Tränenlay (Eifel)
⢠Tretstein (SĂźdrhĂśn, âTrätsch-Steinâ)
⢠Triefender Stein (Thßringer Wald)
⢠Wasserfelsen (Schwarzatal, Sßdschwarzwald)
Fallgeschehen als Merkmal des Baches oder Tals
⢠Fallender Bach (Odenwald)
⢠FÜllbachfall
⢠Sturzdobel (Wutachschlucht)
Auf beängstigende Wirkungen anspielend
⢠HÜllenloch (Lahntal, auch FÜrstertreppchen genannt)
⢠Teufelskessel (Sßdschwarzwald)
⢠Trou de Fer (La RĂŠunion; eigentl. Trou dâenfer: âHĂśllenlochâ)
Auf Kultur, Sagen und Begebenheiten Bezug nehmend
⢠Allerheiligenfälle (Nordschwarzwald)
⢠Barnafoss (Island; Bezug auf ertrunkene Kinder)
⢠Dragonersprung (Schwäbische Alb)
⢠Edelfrauengrab-Wasserfälle (Nordschwarzwald)
⢠FÜrstertreppchen (Lahntal, auch HÜllenloch genannt)
⢠Hinkelskret-Wasserfall (Saarland; âKĂźkenversteckâ)
⢠Katharinafälle (Bodensee)
⢠Nixenteich (RhÜn)
⢠Tanzlay (Eifel)
⢠Tatzelwurm (Bayerische Alpen)
⢠Teufelsbadstube (Fränkische Schichtstufen)
⢠Teufelsmßhle (RhÜn)
⢠Teufelsmßhle (Nordschwarzwald)
⢠Tusculum (Sßdschwarzwald)
Auf Auswirkungen des Falls anspielend
⢠Forellensprung (Schwäbische Schichtstufen)
⢠Wachsender Bach (Schwäbische Schichtstufen)
Auf den Wasserfall bezogene Toponyme der Umgebung
⢠PisciadĂş (NĂśrdlicher Teil der Sella in den Dolomiten, bezogen auf den gleichnamigen PisciadĂş, ladinisch: âWasserfallâ)
⢠Semonkong (Kleinstadt in Lesotho; âPlatz des Rauchsâ, bezogen auf den Maletsunyane-Wasserfall)
⢠Stßbenbach (Bezug auf den Todtnauer Wasserfall, Sßdschwarzwald)
⢠Wasserfall (Dorf in Nordrhein-Westfalen, bezogen auf die Plästerlegge)
Bilder
Siehe auch
Literatur
⢠T. W. Noyes: The Worlds Great Waterfalls. In: National Geographic Magazine. Nr. 50, 1926, S. 29â59.
⢠Martin Schwarzbach: Isländische Wasserfälle und eine genetische Systematik der Wasserfälle Ăźberhaupt. In: Zeitschrift fĂźr Geomorphologie. NF Bd. 11, 1967, ISSN 0372-8854, S. 377â417.
⢠R. W. Young: Waterfalls, Form and Progress. In: Zeitschrift fĂźr Geomorphologie. Supplement. NF Bd. 55, 1985, ISSN 0044-2798, S. 81â95.
⢠Stephan Kunz, Muriel Stillhard: [Das Motiv Wasserfall in der Kunst]. In: Kunst und Kultur GraubĂźnden. BĂźndner Jahrbuch 2022, Tardis, Chur 2021, ISBN 978-3-9525049-3-2, S. 43â58.
Weblinks
Wiktionary: Wasserfall
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Wasserfall
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Wasserfall
â Zitate
⢠Literatur von und ßber Wasserfall im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Waterfalls of the world, links
Einzelnachweise
cite-note-11. â GetYourGuide: Cygnet Bay Einzigartige Gezeiten-Wasserfall-Riffe Scenic Cruise. 2023, abgerufen am 6. August 2023.
cite-note-22. â Horizontal Falls. In: The Kimbeley. Jimmyweb, 2023, abgerufen am 6. August 2023 (englisch).
cite-note-33. â Gunter Heim: Gezeiten-Wasserfall. In: Rhetos Lernlexikon. 2023, abgerufen am 6. August 2023.
cite-note-44. â Florian Spichtig, Christian Schwick: MĂźrrenbachfall. In: Waterfall.ch. Abgerufen am 26. Juni 2012.
cite-note-swissinfo-55. â Julia Slater: Wasserfälle: Welcher ist der HĂśchste im ganzen Land? In: swissinfo.ch. 1. März 2010, abgerufen am 26. Mai 2012.
cite-note-66. â Florian Spichtig, Christian Schwick: Serenbachfälle. In: Waterfall.ch. Abgerufen am 26. Juni 2012.
cite-note-spichtig-77. â Florian Spichtig: Wo die Wasser fallen, Geosciences actuel 2/2007 (PDF; 3,4 MB)
cite-note-88. â Florian Spichtig, Christian Schwick: Staubbachfall. In: Waterfall.ch. Abgerufen am 26. Juni 2012.